Was ist Sicherheit

Arbeiten im Sicherheitsgewerbe – Gegenwart und Zukunft

Die Sicherheitsbranche hat eine lange Entwicklung hinter sich. Hat man früher vom „Nachtwächter“, “Wachmann“ oder „Rausschmeißer“ gesprochen sagt man heute Sicherheitsmitarbeiter/-in. Auch „Security“ ist keine Berufsbezeichnung (wer behauptet „Ich bin als Security tätig“ würde eine ähnliche Aussage tätigen, wie ein Bäcker, welcher sagen würde: „Ich bin Brot“).

Selbstverständlich gibt es auch heute, wie in jeder Branche, viele einfache und monotone Jobs in der Sicherheitsbranche.
Doch gleichzeitig sind eine Menge Arbeitsplätze entstanden, die Sicherheitsmitarbeitern sowohl geistig als auch körperlich einiges abverlangen können und gut bezahlt werden.

Um ein solcher Profi zu werden und um z.B. einmal im Industriewerkschutz eines Chemieunternehmens, in einer kerntechnischen Anlage oder in der Konzernsicherheit eines IT-Unternehmens zu arbeiten werden hohe Ansprüche gestellt.

Es existieren heute zahlreiche Aus- und Weiterbildungen in der Sicherheitsbranche, die teilweise sehr ähnlich klingen. Nicht nur bei branchenfremden Auftraggebern herrscht hier zum Teil Verwirrung.

Diese verschiedenen Ausbildungsstufen möchte ich dir hier aufzeigen.

Studium Sicherheitsmanagement (Bachelor / Master)

Meister für Schutz & Sicherheit

Fachkraft für Schutz & Sicherheit

Geprüfte Schutz & Sicherheitskraft (GSSK)

Servicekraft für Schutz & Sicherheit

Sachkunde nach §34a GewO (IHK)

Unterrichtung nach §34a GewO

Meister für Schutz & Sicherheit

Geprüfte Schutz & Sicherheitskraft (GSSK)

Sachkunde nach §34a GewO (IHK)

Unterrichtung nach §34a GewO

Studium Sicherheitsmanagement (Bachelor / Master)

Fachkraft für Schutz & Sicherheit

Servicekraft für Schutz & Sicherheit

Die niedrigste Qualifikation ist das Unterrichtungsverfahren nach §34a GewO (UV 34a). Man erlangt diese nach einer 40-stündigen Unterrichtung bei der IHK. Eine Prüfung am Ende gibt es nicht. Die Dozenten müssen sich lediglich überzeugen, dass die Teilnehmer den Lehrgangsinhalt verstanden haben. Es ist selbstverständlich, dass in einer solchen Unterrichtung nicht mehr als die minimalen Grundkenntnisse vermittelt werden können. Die Unterrichtung ist vergleichbar mit dem Anlernen einer Aushilfskraft in der Industrie oder im Handwerk (Bauhelfer, Produktions- oder Lagerhelfer).

Die Sachkundeprüfung nach §34a GewO (SKP 34a) ist eine Prüfung über den Stoff in der Unterrichtung und zusätzlichen Themengebieten. Es ist eine schriftliche und mündliche Prüfung zu bestehen. Die Sachkundeprüfung qualifiziert für Sicherheitstätigkeiten im öffentlich zugänglichen Bereich (City-Streife, Kaufhausdetektiv, Türsteher etc.) und als Führungskraft auf Großveranstaltungen und in Asylunterkünften. Außerdem erlaubt sie das Gründen eines eigenen Unternehmens. In Industrie und Handwerk könnte man diese Position mit einem angelernten Arbeiter ohne Berufsausbildung vergleichen, der jedoch eine Prüfung bestehen muss (z.B. Gabelstaplerfahrer).

Die Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft (GSSK) ist eine Fortbildung der IHK. Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung hat kann sich nach 2 Jahren Berufserfahrung im Bewachungsgewerbe zur Prüfung anmelden. Wer keine Berufsausbildung hat kann nach 5 Jahren zur Prüfung gehen. Die Prüfung besteht aus zwei schriftlichen und einer mündlichen Prüfung und wird bei der IHK gemacht. Der Prüfungsstoff ist dem der Sachkundeprüfung ähnlich jedoch weitaus umfangreicher. Es wird ein Vorbereitungskurs im Umfang von 210 Stunden empfohlen. Mit der GSSK steht dir der Weg in kerntechnische Anlagen oder als Direktangestellter in der Industrie (mit weitaus besseren Tarifverträgen als dem Bewachungsgewerbe) offen. Die GSSK ist vergleichbar mit einem angelernten Arbeiter, der durch seine lange Berufserfahrung die Kenntnisse eines Facharbeiters, jedoch keine Berufsausbildung hat.

Die Servicekraft für Schutz und Sicherheit (SKSS) und die Fachkraft für Schutz und Sicherheit (FSS) sind vollwertige Berufsausbildungen. Die Ausbildung zur SKSS dauert zwei Jahre und zur FSS drei Jahre. Die Ausbildung beinhaltet sowohl praktische Arbeit in Sicherheitsunternehmen und Berufsschulblöcke. Der Unterricht deckt die komplette Breite der Bewachungstätigkeiten ab. Bei der FSS werden weiterhin kaufmännische Inhalte wie Buchführung, Kostenrechnung und das Erstellen von Sicherheitsanalysen und -konzepten ausgebildet. Die Ausbildung ist sehr hochwertig und qualifiziert zu sämtlichen Verwendungen im Bewachungsgewerbe. Sie ist das ideale Fundament um Führungskraft zu werden oder um an anspruchsvollen Objekten wie Notruf- und Serviceleitstellen, Kernkraftwerken oder in der Industrie zu arbeiten.

Der hochwertigste berufliche Abschluss in der Sicherheitsbranche ist der Meister für Schutz und Sicherheit (MSS). Er ist ein Industriemeister wie der Meister für Maschinenbau oder Meister für Elektrotechnik. Die Prüfung wird durch die IHK abgenommen. Wer zur Prüfung zugelassen werden will muss folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • 5 Jahre Berufserfahrung im Bewachungsgewerbe oder
  • abgelegte Prüfung zur GSSK oder
  • eine Ausbildung zur FSS/SKSS und anschließend ein Jahr Berufserfahrung

Die Prüfung besteht aus zwei Blöcken. Im ersten Block, der Basisqualifikation, werden rechtliche Grundlagen (inkl. Arbeitsrecht, Umweltrecht und Teile des Wirtschaftsrechts), BWL (Kostenrechnung, Unternehmensführung etc.) und Führung und Motivation (Zusammenarbeit im Betrieb) geprüft. Die Basisqualifikation kann zusammen mit anderen Industriemeistern geprüft werden.

Darauf folgt die handlungsspezifische Qualifikation mit sicherheitstypischen Themengebieten wie Sicherheitstechnik und dem Erstellen eines Sicherheitskonzeptes aus einer Sicherheitsanalyse. Ein weiterer großer Teil ist Personalführung und Personalplanung aber auch Qualitätsmanagement und Organisation. Außerdem wird im Rahmen der Meisterausbildung die Ausbildereignungsprüfung nach der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) abgelegt.

Der MSS ist die optimale Grundlage wenn man ein Unternehmen gründen möchte.
Als Meister ist man qualifiziert alle Qualifikationen im Sicherheitsbereich ausbilden zu können. Mit dem MSS erhält man auch eine Fachhochschulreife und darf an Fachhochschulen sicherheitsspezifische Studiengänge studieren. Wer bereits Abitur hat kann als MSS in Einzelfällen sogar direkt zu einem Masterstudium zugelassen werden.

Mit einem solchen Studium ist man bestens gerüstet für höchste Führungsaufgaben in Industrieunternehmen, Konzernen oder Internationalen Organisationen und Behörden (wie z.B. Vereinte Nationen oder Europäische Kommission). Auch Lehrtätigkeiten an Universitäten kommen in Frage.

Welche Ausbildung ergibt Sinn?

Alle oben genannten Ausbildungen sind anerkannte Aus-oder Weiterbildungen. Welche für Dich persönlich in Frage kommt, hängt von deinen eigenen Plänen und Vorlieben ab.

Wenn du nur am Wochenende im Veranstaltungsschutz jobben willst und keine Führungsaufgaben übernehmen möchtest, dann bist du mit der Sachkundeprüfung gut beraten. Wenn du jedoch langfristig und in Vollzeit im Bewachungsgewerbe arbeiten möchtest solltest du dich möglichst bis zur GSSK oder FSS weiterbilden.

Wenn du eine Weiterbildung machen willst, achte unbedingt darauf ob auch wirklich eine der oben genannten Qualifikationen enthalten ist. Achte besonders auf die Namen der Qualifikationen. Manchmal werden sehr fantasievolle und martialisch klingende Fantasienamen verwendet, die nichts mehr sind als eine überteuerte Sachkundeprüfung. Je abenteuerlicher diese Schulungen klingen, desto kritischer solltest Du sie hinterfragen.

Lass dir von Schulungsanbietern ein Preisangebot zukommen und vergleiche die Preise mit der Konkurrenz. Je nach Qualität des Schulungsanbieters kann es hier Unterschiede geben, die durchaus gerechtfertigt sind.

Wie wird die Zukunft aussehen?

Genau weiß das natürlich niemand. Technologie wird den Menschen in Zukunft viele Tätigkeiten abnehmen. Fakt ist jedoch, dass, obwohl die Kriminalitätsstatistik rückläufig ist, das Sicherheitsgefühl und das Vertrauen der Bürger in die Staatsgewalt sinkt. Wenn es, wie Experten vermuten, durch die Digitalisierung zu großen Umbrüchen am Arbeitsmarkt kommen wird, wird sich dieses Gefühl der Unsicherheit eher noch verstärken.

Sollte sich diese Entwicklungen nicht gravierend ändern wird es langfristig eine höhere Nachfrage an Sicherheitsdienstleistungen geben, als das Angebot befriedigen kann.

Der Bedarf an gut ausgebildetem Personal wird dann in Zukunft rasant ansteigen.

Auch die Löhne werden steigen, denn bereits jetzt ist es kaum möglich zu den derzeitigen Tarifen qualifiziertes Personal zu bekommen.
Personaler sagen, dass der Personalmarkt bereits jetzt leer gefegt ist.
Wenn du jetzt gut qualifiziert bist, wirst Du in Zukunft als Mitarbeiter die Bedingungen stellen können und nur mit Vorsatz arbeitslos werden können.

Wenn Du Gas geben willst und Dir eine Tätigkeit in der Sicherheitsbranche Spaß macht, stehen Dir in dieser Branche unendliche Möglichkeiten offen. Auf jedem Ausbildungsniveau wird händeringend Personal gesucht. Das Sicherheitsgewerbe wird, wie die Pflegebranche, wohl eine der zukunftssicheren Branchen überhaupt sein.

Warum hat die Branche dann so einen schlechten Ruf?

Von den meisten wirst du eine Antwort bekommen die in etwa so klingt: „Weil jeder dahergelaufene mit einer Sachkundeprüfung ein Unternehmen gründen darf.“ Ich halte diese Antwort für falsch und vermessen.

Es gibt im Bewachungsgewerbe hochspezialisierte Aufgabengebiete. Wer sich in diesen Bereichen selbständig machen will muss vor allem wissen was er tut. Erfahrung bei dem was man macht ist wichtiger als ein Stück Papier. Denn am Ende entscheidet der Mensch und nicht die Qualifikation. Es gibt hervorragende Sicherheitsmitarbeiter und Unternehmen, die sich auf ihre Nische spezialisiert haben und dort gute und korrekte Arbeit leisten, obwohl sie nur Personal mit Sachkundeprüfung haben.
Je mehr Dienstleistungen man als Unternehmer anbieten möchte, oder je flexibler man als Mitarbeiter eingesetzt werden möchte desto besser sollte man sich qualifizieren.

Leider gibt es viele Unternehmen, die dies nicht beherzigen und ihr Profitdenken vor das Wohl ihrer Mitarbeiter stellen. Doch dieses Verhalten ist nicht nur im Bewachungsgewerbe anzutreffen. Unter diesen Bedingungen müssen alle Branchen leiden. Die personalintensiven Dienstleistungen leider sehr stark, da die Konkurrenz hier sehr groß ist und die Angebote sehr knapp kalkuliert werden müssen.

Als Sicherheitsmitarbeiter/-in ist es unsere Aufgabe fremdes Leben und Eigentum zu beschützen. Man übergibt uns also eine hohe Verantwortung. Wenn hier Fehler begangen werden und unverantwortlich gehandelt wird ist dies ein großer Vertrauensmissbrauch. Berichte über Fehlverhalten sind deshalb zu Recht in den Medien und werden zu Recht angeprangert.
Personen die höhere Mindestqualifikationen fordern um ein Unternehmen zu gründen übersehen meiner Meinung nach, dass es nicht immer die kleinen Unternehmen sind, die die großen Fehler begehen. Vom 5-Mann-Unternehmen bis hin zu den Branchenriesen gibt es Idealisten, die ihre Arbeit mit Leidenschaft machen und Personen, die sich nur selbst bereichern wollen oder eigene Bestätigung suchen.
Und leider sind es oft gerade öffentliche Auftraggeber, die dies Ausnutzen und immer noch den Preis als das maßgebliche Kriterium ansehen, wenn es darum geht ein Sicherheitsunternehmen unter Vertrag zu nehmen. Die Voraussetzungen sind also nicht die besten. Dennoch hat sich sehr viel getan und viele überzeugte Sicherheitsmitarbeiterinnen und Sicherheitsmitarbeiter arbeiten jeden Tag daran, die Situation weiter zu verbessern.

Vorbild Gastronomiebranche

Um eine Kneipe oder ein Restaurant zu eröffnen benötigt man ebenfalls nur eine kurze Unterrichtung bei der IHK und vom Gesundheitsamt. Dennoch gibt es Menschen die Koch lernen oder einen Meister im Gastgewerbe machen. Nicht weil es notwendig oder verpflichtend wäre, sondern weil diese Menschen an sich selbst den Anspruch stellen etwas besonderes zu leisten.
Weil Sie ihre Arbeit lieben und eine Weiterbildung für Sie ein Gewinn und keine Belastung ist. Dadurch gibt es in der Gastronomie eine bunte Vielfalt aus Studentenkneipen, Dönerläden, Currywurstbuden, gutbürgerlichen Gasthäuser, teuren Sternerestaurants, Weinlokalen und Fast-Food-Ketten. Es gibt gut laufende Eck-Kneipen und schlecht laufende Nobelrestaurants. Umgekehrt ebenso.

Ein Restaurant lebt durch die Liebe und die Leidenschaft seines Eigentümers zu seiner Arbeit.

Gleiches gilt für das Bewachungsgewerbe. Je höher man als Mitarbeiter qualifiziert ist, desto weniger ist man von schlechten Unternehmen abhängig. Ein gelernter Koch muss nicht für den Mindestlohn in einer Frittenbude arbeiten, sondern hat die Möglichkeit in einem richtigen Restaurant zu arbeiten.

Genauso muss eine Fachkraft keine 220h für einen Hungerlohn Nachtschichten arbeiten, wenn Sie auch bei einem Chemiekonzern eine Arbeit finden kann und dort für 160h ein genauso gutes Gehalt bekommt, wie ein normaler Industriearbeiter.
Wenn du deine Berufung im Bewachungsgewerbe gefunden hast, dann wird Weiterbildung für dich eine Bereicherung und keine Belastung sein. Sehe Weiterbildung als Möglichkeit dich beruflich zu verbessern. Möglichkeiten gibt es dazu jede Menge.

Setze dir selbst deine Standards. Erfülle nicht nur die Standards die vorgegeben sind. Trage durch eigenes Handeln dazu bei, die Branche jeden Tag ein bisschen besser zu machen.

Die private Sicherheitsbranche

In diesem Artikel haben wir eine Übersicht über die Tätigkeitsfelder in der privaten Sicherheitsbranche zusammengestellt. Die Einsatzfelder sind sehr unterschiedlich. Jedes Spezialgebiet hat seine eigenen Besonderheiten und Reize.

Die Liste ist nicht vollständig und viele Aufträge beinhalten eine Kombination aus verschiedenen Tätigkeiten. Wer noch nicht in der Sicherheitsbranche arbeitet, kann hier lesen, welche Voraussetzungen man generell benötigt, um im Sicherheitsgewerbe arbeiten zu können.

Empfangsdienst

Unter Empfangsdienst versteht man das Empfangen von Kunden an einem Standort des Auftraggebers. Die Empfangskraft empfängt Besucher, erstellt Besucherausweise, leitet Besucher, Gäste oder Lieferanten an die richtigen Kontaktpersonen weiter und weist die Besucher vor Ort ein. Häufig werden durch die Empfangskräfte nach den Geschäftszeiten Rundgänge im Gebäude durchgeführt, die Alarmanlagen scharf gestellt und die Einhaltung des Brandschutzes überprüft.
Empfangskräfte müssen vor allem gepflegt, freundlich und hilfsbereit sein und sollten ein Talent für Kommunikation haben. Außerdem sind Fremdsprachenkenntnisse vorteilhaft.

Wenn eine Person ausschließlich zur Besucherinformation eingesetzt wird, benötigt sie kein Unterrichtungsverfahren nach § 34a GewO. Sobald aber Zugangskontrollen durchgeführt werden oder andere Sicherungsaufgaben erforderlich sind, ist die Unterrichtung als Mindestqualifikation vorgeschrieben. Bei besonders anspruchsvollen Auftraggebern ist es möglich, dass mindestens eine Fortbildung zur Geprüften Schutz und Sicherheitskraft gefordert wird.

Separatwachdienst / Objektschutz

Separatwachdienst ist die klassische Form der Bewachung. Hier wird vom Sicherheits-personal ein fest zugewiesenes Objekt bewacht. Dies kann ein Industrieunternehmen sein, ein Verwaltungsgebäude, ein Militärgelände oder eine Baustelle. Hauptaufgabe des Personals ist die Zugangskontrolle, Streifengänge auf dem Gelände sowie Kontrolle von Gebäuden und Innenräumen. Je nach Art des Bewachungsobjektes und nach dem Umfang der Sicherheitsdienstleistungen können zusätzlich Brandschutzaufgaben, Telefondienste, Unterstützung bei der Logistikabfertigung oder Verkehrsdienst und interne Ermittlungen (Betrugs- und Korruptionsaufklärung, Verhinderung von Diebstählen oder Sabotage durch Mitarbeiter etc.) zur Aufgabe des Werkschutzes gehören. Mindestvoraussetzung, um im Separatwachdienst im öffentlichen Bereich arbeiten zu können, ist die Sachkunde nach §34a GewO. Anspruchsvollere Auftraggeber erwarten Personal, das mindestens als Geprüfte Schutz und Sicherheitskraft (GSSK) oder Fachkraft für Schutz und Sicherheit (FSS) ausgebildet ist.

Militärbewachung ist eine Sonderform des Separatwachdienstes und existiert in Deutschland in zwei Varianten. Bewachung von Bundeswehrliegenschaften und von Liegenschaften verbündeter Streitkräfte. Die Bewachung der verbündeten Streitkräfte unterscheidet sich kaum von normalem Separatwachdienst, außer dass dabei eine Schusswaffe getragen wird. Weiterhin muss das Personal durch Behörden (Verfassungsschutz, Landeskriminalämter etc.) auf Zuverlässigkeit überprüft werden.
Die Besonderheit bei der Bewachung von Bundeswehrkasernen ist, dass das Personal bestimmte hoheitliche Rechte übertragen bekommt und so außer den Jedermannsrechten zusätzlich unmittelbaren Zwang nach dem UzwaGBw anwenden darf.
Häufig werden bei der Militärbewachung auch Diensthunde eingesetzt.
Zusätzliche Voraussetzung, um in der Militärbewachung arbeiten zu können, ist die Waffensachkundeprüfung und eine Zuverlässigkeitsüberprüfung.

Objektschutzdienst an kerntechnischen Anlagen (KTA)

Objektschutzdienst an einer KTA wird häufig als die Königsklasse der Objektbewachung bezeichnet und hat die höchsten Anforderungen an das Personal.
KTA sind Kernkraftwerke, kerntechnische Forschungseinrichtungen, Lager für radioaktives Material und Verarbeitungsbetriebe für radioaktives Material, wie z.B. Wiederaufbereitungsanlagen. Die Aufgaben sind vergleichbar mit denen des Separatwachdienstes, jedoch ist das Niveau der Sicherheitsmaßnahmen auf dem höchst möglichen Stand. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Verhindern des Eindringens von unbefugten Personen und das Verhindern des unerlaubten Ausführens von radioaktivem Material. Das Personal ist mit Schusswaffen ausgerüstet, wird regelmäßig in allen Bereichen geschult, hat gemeinsame Ausbildungstage mit der Polizei und muss von Behörden auf Zuverlässigkeit überprüft werden. Häufig werden an den Liegenschaften Diensthunde eingesetzt. Mindestvoraussetzungen sind die GSSK oder FSS, die Waffensachkundeprüfung, eine besondere arbeitsmedizinische Untersuchung, eine Zuverlässigkeitsüberprüfung nach dem Atomgesetz und die Atemschutzträgertauglichkeit. Die Löhne in KTA gehören zu den höchsten in der Branche.

Das Objektschutzpersonal an KTA ist vertraglich dazu verpflichtet, in einem Ernstfall so lange vor Ort gegen eventuelle Angriffe oder Störer hinhaltendem Widerstand zu leisten, bis die Polizei oder andere Behörden die Situation unter Kontrolle haben. Dies beinhaltet auch den Einsatz von Schusswaffen.

Revierwachdienst

Revierwachdienst unterscheidet sich vom Separatwachdienst darin, dass nicht nur ein einziges Objekt bewacht wird. Stattdessen fährt ein Revierfahrer mit einem Dienstfahrzeug eine bestimmte Route ab und kontrolliert in seinem Revier mehrere, von-einander unabhängige Objekte, die von verschiedenen Auftraggebern stammen können. Üblicherweise werden vom Revierfahrer alle Tore, Türen und Fenster auf Verschluss überprüft. Es kann auch ein Rundgang durch das Objekt stattfinden, bei dem unterschiedlichste Kontrollen durchgeführt werden können. An Stechstellen muss der Sicherheitsmitarbeiter sich mit seinem Wächterkontrollsystem einloggen. Dadurch kann dem Kunden nachgewiesen werden, dass auch tatsächlich zur festgelegten Zeit ein Mitarbeiter vor Ort war. Stellt der Revierfahrer Abweichungen fest (z.B. Beschädigungen, Spuren von Einbrüchen etc.) alarmiert er die Notrufzentrale und arbeitet einen Alarmplan ab. Wenn im Objekt alles in Ordnung ist, protokolliert der Revierfahrer dies und macht sich auf den Weg zum nächsten Objekt. Mehrfach Anfahrten desselben Objekts sind durchaus üblich, je nachdem wie dies mit dem Auftraggeber abgesprochen ist. Gerade bei Revierfahrer ist es Pflicht eine Dienstkleidung zu tragen, die sie eindeutig als Sicherheitsmitarbeiter erkennbar machen.

Alarm- und Interventionsdienst

Beim Alarm- und Interventionsdienst überwachen Sicherheitsmitarbeiter in einer Notruf- und Serviceleitstelle (NSL) die Alarmanlagen von unterschiedlichen Bewachungsobjekten. Empfängt die NSL einen Alarm, schickt diese einen Interventionstrupp an den Einsatzort. Dieses Interventionspersonal überprüft dann vor Ort, ob der Alarm echt war und verständigt in diesem Fall die Polizei, Rettungsdienste oder die Feuerwehr.
Die Mitarbeiter in der NSL müssen eine spezielle Ausbildung zur NSL-Fachkraft absolvieren oder Fachkräfte für Schutz und Sicherheit sein.

Sicherheits- und Ordnungsdienste im öffentlichen Raum

Sicherheitspersonal im öffentlichen Raum wird auch als „City-Streife“ bezeichnet. Dieses nimmt Kontroll- und Bewachungsaufgaben in privaten Bereich wahr, die aber für die Öffentlichkeit zugängig sind. Dazu gehören Einkaufsstraßen, Bahnhöfe oder der öffentliche Personennahverkehr. Sie arbeiten eng mit der Polizei zusammen und leisten einen großen Beitrag zur öffentlichen Sicherheit.

Veranstaltungsschutz / Schutz von Diskotheken

Bei Veranstaltungen, wie Rockkonzerten, Festivals oder Sportveranstaltungen sind private Sicherheitsmitarbeiter heute nicht mehr wegzudenken. Auch Personal zum Schutz von Lokalen und Diskotheken sind ein gängiges Bild.
Hauptaufgabe beim Veranstaltungsschutz ist das Garantieren eines ruhigen Ablaufes der Veranstaltung. Dazu gehört das Abweisen von nicht zugangsberechtigten Personen, das Entfernen von Störern vom Veranstaltungsort und vor allem das Kontrollieren der Menschenmengen. Insbesondere bei Unglücksfällen ist das Personenstrommanagement und der Evakuierungsplan eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.
Durch rechtzeitige und geordnete Evakuierungen kann eine lebensgefährliche Massenpanik verhindert werden. Personal auf Veranstaltungen arbeitet oft Hand in Hand mit Polizeibehörden und Notfallorganisationen zusammen.

Bewachung von Unterkünften nach dem Asylgesetz

Zu den normalen Aufgaben (Zugangskontrollen, Zaunstreifen, Brandschutzaufgaben) können zahlreiche andere Aufgaben an das Sicherheitspersonal übertragen werden. Zum Beispiel Überwachung der Kleider- und Essensausgabe und das Intervenieren bei Auseinandersetzungen der Bewohner. Viele Geflüchtete haben unterschiedliche kulturelle Hintergründe und haben durch Kriegs- und Fluchterfahrungen häufig unbehandelte Traumata. Durch diese Vorbelastungen und die Massenunterbringung kann ein erhöhtes Konfliktpotential entstehen. Personal an diesen Unterkünften muss besonders in Deeskalation und interkultureller Kompetenz geschult werden.

Geld- und Werttransporte

Mitarbeiter im Geld- und Werttransport (GUW) sind mit besonders geschützten Fahrzeugen unterwegs, um Bargeld oder Wertsachen zu transportieren. Häufige Auftraggeber sind Supermärkte und der Einzelhandel. Unternehmen die GUW anbieten, bieten oft zusätzliche Dienstleistung im Rahmen der Geldverarbeitung oder zur Einlagerung von Wertgegenständen an.
Das Personal ist in der Regel an der Schusswaffe ausgebildet und bekommt besondere Fachschulungen. Mindestvoraussetzung, um im GUW arbeiten zu können, ist das Unterrichtungsverfahren nach §34a GewO, die Waffensachkundeprüfung und zusätzlich zur normalen Zuverlässigkeitsüberprüfung keine negativen Einträge bei der Schufa.

Hundeführer

Hundeführer haben einen vierbeinigen Kollegen. Dieser kann entweder als Spürhund oder als Schutzhund ausgebildet sein.
Spürhunde sind darauf trainiert u.a. Sprengstoffe aufzuspüren. Das Aufspüren von Drogen oder ähnlichen Substanzen ist in der Regel nur durch Polizeihunde möglich.
Schutzhunde sind darauf abgerichtet, auf Befehl des Hundeführers gezielt Menschen zu stellen, diese im Ernstfall anzugreifen und von ihnen aber auch auf Kommando wieder abzulassen.

Personal, welches Diensthunde einsetzen soll, braucht eine besondere Ausbildung zum Diensthundeführer. Sowohl der Hundeführer als auch der eingesetzte Hund muss seine Fähigkeiten in jährlichen Prüfungen wiederholen. Beim Halten von Diensthunden sind zahlreiche Gesetze des Tierschutzes und Arbeitssicherheitsvorschriften zu beachten.
Je nachdem wo der Hundeführer eingesetzt werden soll (Militärbewachung, Flughafen, KTA, City-Streife etc.), können sich die Mindestvoraussetzungen an das Ausbildungsniveau deutlich unterscheiden.

Sicherheitsdienstleistungen nach dem Luftsicherheitsgesetz

Sicherheitspersonal an Flughäfen wird in drei Kategorien unterteilt.

Luftsicherheitsassistenten nach § 5 Luftsicherheitsgesetz führen Passagier und Gepäckkontrollen durch.

Luftsicherheitskontrollkräfte nach § 8 Luftsicherheitsgesetz kontrollieren den Wareneingang und das Flughafenpersonal.
Diese beiden Gruppen müssen mehrwöchige Schulungen absolvieren und anspruchsvolle Abschlussprüfungen bei der Bundespolizei oder beim Wirtschaftsministerium bestehen. Danach gehören Sie, wie die Sicherheitsmitarbeiter in kerntechnischen Anlagen, zu den Top ausgebildeten Großverdienern der Branche.

Daneben gibt es auch herkömmliches Sicherheitspersonal an Flughäfen, das klassische Bewachungstätigkeiten durchführt, wie Zaunstreifen, Zugangskontrollen und Bewachung von Gepäck oder Flugzeugen. Alle Sicherheitsmitarbeiter an Flughäfen sollten über gute Englischkenntnisse verfügen. Weitere Fremdsprachen sind von Vorteil.

Hafensicherheit

Häfen sind abgeschottete Bereiche, die nur durch befugtes Personal betreten werden dürfen. Für die Zugangskontrollen und weitere Sicherheitstätigkeiten sind Port Facility Security Officer (Hafensicherheitsmitarbeiter) zuständig.
Ähnlich wie bei Flughäfen werden auch an Häfen Passagiere und Besatzungen, sowie ihr Gepäck kontrolliert und nach gefährlichen Gegenständen durchsucht.
Zusätzlich benötigt das Personal eine besondere Schulung nach dem International Ship & Port Facility Security Code (ISPS-Code), welche regelmäßig wiederholt werden muss.

Personenschutz

Der Personenschutz dient dem Verhindern von Angriffen auf Personen. Das Erstellen von Gefährdungsanalysen und darauf aufbauende Schutzkonzept zusammen mit der Schutzperson gehört hier zu den Standartaufgaben.
Personenschutz kann sowohl diskret und unsichtbar als auch offensichtlich und repräsentativ stattfinden. Wenn eine Person durch die Polizei in eine besondere Gefährdungsstufe eingruppiert wurde, können Personenschützer auch mit Schusswaffen ausgerüstet sein.
In der Regel verfügen Personenschützer über eine gute Schulbildung und eine hohe körperliche Fitness. Personenschützer werden üblicherweise durch die Unternehmen selbst ausgebildet. Häufig ist ein beruflicher Hintergrund beim Militär oder bei der Polizei Voraussetzung.

Viele stellen sich Personenschutz anders vor, als dieser in der Praxis aussieht. Personenschützer zu sein ist mitunter gut bezahlt, enthält aber neben den eigentlichen Schutzaufgaben jede Menge bürokratischen Aufwand (Anmelden der Wege und der Schutzperson bei den Behörden, etc.), welcher beachtenswert ist.